Sechs Millionen Franzosen hatten 2024 keinen festen Hausarzt. Das ist kein Mangel an Ärzten. Frankreich zählt 94.800 Allgemeinmediziner, Deutschland 90.500, bei rund 15 Millionen Einwohnern mehr.
Die Grafik zeigt, wie ungleich sich das verteilt. Die französische Regierung hat für alle 1.254 Gemeindeverbände erhoben, wie viele Erwachsene dort keinen médecin traitant gemeldet haben, also keinen festen Hausarzt. In den bestversorgten Gebieten sind es 3,2 Prozent. In den schlechtestversorgten reicht die Spanne bis 69,4 Prozent.
Der Begriff „medizinische Wüste“ legt eine klare Grenze nahe: hier Stadt, dort abgehängtes Land. Die Zahlen widersprechen dem. Gebiete mit hohem Risiko machen 10,8 Prozent der Gemeindeverbände aus, dort leben 2,2 Millionen Menschen. Das sind rund 3 Prozent der Bevölkerung. Die sechs Millionen ohne Hausarzt sind also deutlich mehr als die Bewohner der schlimmsten Zonen.
Bei einer Gruppe hat Frankreich gegengesteuert. Chronisch Kranke mit anerkannter Langzeiterkrankung bekamen ab 2023 ein eigenes Programm. Ihr Anteil ohne Hausarzt lag im Frühjahr 2025 unter 4 Prozent, mehr als 310.000 hatten wieder einen gefunden. Gezielte Zuweisung funktioniert also, wenn der Staat eine Gruppe benennt und Geld dahinterlegt.
Für Deutschland ist das interessant, weil beide Länder auf demselben Fundament stehen: Beitragsfinanzierung, Selbstverwaltung, freie Niederlassung. Wer sich niederlässt, entscheidet weitgehend selbst wo. Frankreich hat versucht, das über finanzielle Anreize zu steuern. Der Versuch, die Niederlassung zu regulieren, endete 2025 in landesweiten Ärztestreiks.
Die Daten stammen aus dem Maßnahmenpaket der französischen Regierung gegen medizinische Wüsten vom April 2025. Erhebungsgrundlage ist die Abrechnungsdatenbank der Krankenversicherung, gezählt werden Personen ab 17 Jahren ohne gemeldeten Hausarzt, Stand 2024.
Wie Deutschland dasselbe Problem misst und dabei den Zugang aus dem Blick verliert, steht in der Analyse zur Bedarfsplanung für Arztpraxen. Wie das französische System insgesamt funktioniert, zeigt der Systemvergleich Frankreich.
Daten zur Grafik
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| Klasse | Anteil ohne festen Hausarzt |
|---|---|
| Bestversorgte Gebiete | 3,2 % bis 7,5 % |
| Klasse 2 | 7,5 % bis 9,5 % |
| Klasse 3 | 9,5 % bis 11,5 % |
| Klasse 4 | 11,5 % bis 14 % |
| Schlechtestversorgte Gebiete | 14 % bis 69,4 % |
| Landesweit ohne festen Hausarzt | 6 Millionen Menschen |
| Nachrichtlich: Allgemeinmediziner Frankreich | 94.800 (Eurostat 2024) |
| Nachrichtlich: Allgemeinmediziner Deutschland | 90.500 (Eurostat 2024) |
Wie viele Franzosen haben keinen Hausarzt?
Sechs Millionen Menschen in Frankreich hatten 2024 keinen festen Hausarzt, gezählt werden Personen ab 17 Jahren ohne gemeldeten médecin traitant. Der Anteil verteilt sich sehr ungleich: In den bestversorgten Gemeindeverbänden liegt er bei 3,2 Prozent, in den schlechtestversorgten reicht er bis 69,4 Prozent. Ein Mangel an Ärzten erklärt das nicht, denn Frankreich zählt mit 94.800 mehr Allgemeinmediziner als Deutschland mit 90.500, bei deutlich kleinerer Bevölkerung. Quelle: Maßnahmenpaket der französischen Regierung gegen medizinische Wüsten, April 2025.