Beim digitalen Gesundheitswesen reicht es für Deutschland nur zum vorletzten Platz. Im Digital-Health-Index, der 17 Industrieländer vergleicht, landet Deutschland mit 30,0 von 100 Punkten auf Rang 16. Dahinter kommt nur noch Polen.
Die Grafik zeigt die Spanne. An der Spitze steht Estland mit 81,9 Punkten, fast das Dreifache des deutschen Werts. Es folgen Kanada (74,7) und Dänemark (72,5). Deutschland teilt sich das untere Ende mit Frankreich und Polen. Der Index misst nicht eine einzelne App, sondern die digitale Reife insgesamt: Strategie, technische Voraussetzungen und die tatsächliche Nutzung von Gesundheitsdaten, zusammengefasst aus 34 Einzelindikatoren.
Der Rückstand ist kein Geld- und kein Könnensproblem. Länder wie Estland oder Dänemark sind kleiner und nicht reicher, sie haben früher die richtige Reihenfolge gewählt: erst den Nutzen für Patienten und Ärzte, dann die Technik. Dänemark wickelt heute den größten Teil der Kommunikation zwischen Versicherten, Praxen und Kliniken digital ab. In Deutschland war die Reihenfolge umgekehrt, und genau das kostet bis heute.
Zur Einordnung gehört das Erhebungsjahr. Die Zahlen stammen aus der Bertelsmann-Studie #SmartHealthSystems von 2018, dem bislang einzigen umfassenden Ländervergleich dieser Art. Seitdem hat Deutschland nachgelegt, etwa mit der „ePA für alle“ seit 2025. An der Grundkonstellation hat das wenig geändert.
Daten: Bertelsmann Stiftung / empirica, #SmartHealthSystems, Digital-Health-Index (2018). 34 Indikatoren in drei Dimensionen (Strategie, technische Voraussetzungen, Datennutzung).
Diese Grafik gehört zu unserer Analyse der Digitalisierung im Gesundheitswesen. Warum dieselbe Idee in Estland und Dänemark zündet und in Deutschland nicht:
→ Elektronische Patientenakte: Die richtige Idee, am Alltag vorbei gebaut
Daten zur Grafik
Daten zur Grafik anzeigen
| Rang | Land | Digital-Health-Index |
|---|---|---|
| 1 | Estland | 81,9 |
| 2 | Kanada | 74,7 |
| 3 | Dänemark | 72,5 |
| 4 | Israel | 72,4 |
| 5 | Spanien | 71,4 |
| 6 | NHS England | 70,0 |
| 7 | Schweden | 68,3 |
| 8 | Portugal | 67,2 |
| 9 | Niederlande | 66,1 |
| 10 | Österreich | 59,8 |
| 11 | Australien | 57,3 |
| 12 | Italien | 55,8 |
| 13 | Belgien | 54,7 |
| 14 | Schweiz | 40,6 |
| 15 | Frankreich | 31,6 |
| 16 | Deutschland | 30,0 |
| 17 | Polen | 28,5 |
Quelle: Bertelsmann Stiftung / empirica, #SmartHealthSystems, Digital-Health-Index, 2018. 34 Indikatoren in drei Dimensionen (Policy-Aktivität, Digital Health Readiness, Datennutzung).
Auf welchem Platz liegt Deutschland bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens?
Im Digital-Health-Index der Bertelsmann Stiftung (#SmartHealthSystems, 2018), dem bislang umfassendsten Ländervergleich dieser Art, landet Deutschland mit 30,0 von 100 Punkten auf Platz 16 von 17. Nur Polen schneidet schlechter ab. An der Spitze stehen Estland (81,9), Kanada (74,7) und Dänemark (72,5). Der Index bewertet Strategie, technische Voraussetzungen und tatsächliche Datennutzung anhand von 34 Indikatoren.