Datengrafik

Elektronische Patientenakte: Was sie kostet und wer sie nutzt

Aufbau und Betrieb der elektronischen Patientenakte kosten 2024–2027 über 1,27 Milliarden Euro, aktiv genutzt von unter 5 Prozent. Zur Analyse →

Grafik zur elektronischen Patientenakte: Aufbau und Betrieb der „ePA für alle" kosten 2024 bis 2027 zusammen rund 1,27 Milliarden Euro (789 Millionen Aufbau, 477 Millionen Betrieb), während die aktive Nutzung unter 5 Prozent liegt (AOK 1,4 Prozent, Techniker 7,4 Prozent).

Rund 789 Millionen Euro für den Aufbau, dazu gut 119 Millionen pro Jahr für den Betrieb: Die „ePA für alle“ kostet die Versichertengemeinschaft zwischen 2024 und 2027 zusammen über 1,27 Milliarden Euro. Pro Kopf sind das rund 10 Euro für ein System, das die meisten nie öffnen.

Die Grafik stellt zwei Größen nebeneinander. Oben das Geld: Aufbau und Betrieb der elektronischen Patientenakte, finanziert aus Ihren Beiträgen. Unten die Nutzung: Von den rund 73 Millionen angelegten Akten wird weniger als jede zwanzigste aktiv geöffnet. Bei der AOK sind es 1,4 Prozent, bei der Techniker 7,4 Prozent, selbst die wohlwollendste Zählung der gematik kommt auf etwa 12 Prozent. Die Schere zwischen Ausgaben und Anwendung ist der eigentliche Befund.

Für Sie als gesetzlich Versicherten ist das mehr als eine technische Randnotiz. Sie zahlen die elektronische Patientenakte mit, ob Sie sie nutzen oder nicht. Und der entgangene Nutzen ist gewaltig: Die Unternehmensberatung McKinsey beziffert das jährliche Potenzial der ePA auf bis zu 7 Milliarden Euro, fast das Zehnfache der Aufbaukosten. Es bleibt liegen.

Daten: BMG (Gesetzesbegründung Digital-Gesetz), gematik, Deutsches Ärzteblatt. Aufbau- und Betriebskosten der „ePA für alle“ 2024 bis 2027 gegenüber der aktiven Nutzung. Nicht eingerechnet die Telematikinfrastruktur (Bundesrechnungshof, rund 606 Mio. Euro bis 2017).

Diese Grafik gehört zu unserer Analyse der elektronischen Patientenakte. Warum ein System fast jeden erreicht und trotzdem fast niemanden gewinnt:

Elektronische Patientenakte: Die richtige Idee, am Alltag vorbei gebaut


Daten zur Grafik

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Kosten der „ePA für alle“ (2024–2027) und aktive Nutzung
Posten Wert
Aufbau „ePA für alle“ (2024–2027) 789 Mio. €
Laufender Betrieb pro Jahr 119 Mio. €
Programm 2024–2027 (Aufbau + Betrieb) rund 1,27 Mrd. €
Pro gesetzlich Versichertem rund 10 €
Angelegte ePA-Konten rund 73 Mio.
Aktive Nutzung (App) unter 5 %
davon AOK / Techniker 1,4 % / 7,4 %

Quelle: BMG (Gesetzesbegründung Digital-Gesetz), gematik, Deutsches Ärzteblatt. Telematikinfrastruktur (nicht eingerechnet): Bundesrechnungshof, rund 606 Mio. € bis 2017.

Was kostet die elektronische Patientenakte?

Aufbau und Betrieb der „ePA für alle“ sind für die Jahre 2024 bis 2027 mit rund 1,27 Milliarden Euro veranschlagt: etwa 789 Millionen Euro für den Aufbau plus rund 119 Millionen Euro Betrieb pro Jahr. Pro gesetzlich Versichertem sind das etwa 10 Euro. Für Sie als Versicherten ist die Akte selbst kostenlos, finanziert wird sie aus GKV-Beiträgen. Nicht eingerechnet ist die Telematikinfrastruktur dahinter, für die der Bundesrechnungshof bis 2017 bereits rund 606 Millionen Euro errechnete, ohne belegten Nutzen.


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Andrey Belkin
Andrey Belkin
Gründer und Autor von Gegenbefund
Andrey Belkin ist Chemiker (M.Sc., Universität Stuttgart), arbeitet in der Pharmaindustrie und analysiert auf Gegenbefund mit eigenen Datenauswertungen, warum Deutschland Premiumpreise für durchschnittliche Gesundheitsergebnisse bezahlt.