Datengrafik

Wie sich die Länder aus der Krankenhausfinanzierung verabschiedet haben

Die Investitionsquote der Krankenhäuser fiel von 9,7 % (1991) auf 2,8 % (2022). Die Länder ziehen sich aus der Finanzierung zurück. Zur Analyse →

Liniendiagramm der Investitionsquote der Krankenhäuser in Deutschland (KHG-Fördermittel im Verhältnis zu den Krankenhauskosten): 1991 noch 9,7 Prozent, 2022 nur noch 2,8 Prozent. Die Linie fällt deutlich, die Quote hat sich mehr als halbiert.

9,7 Prozent im Jahr 1991. 2,8 Prozent im Jahr 2022. Die Investitionsquote der Krankenhäuser hat sich in gut drei Jahrzehnten mehr als halbiert.

Die Grafik zeigt einen langen Rückzug. Gemessen wird die Investitionsquote der Krankenhäuser als Verhältnis der KHG-Fördermittel zu den gesamten Krankenhauskosten. 1991 trugen die Bundesländer mit ihren Investitionsfördermitteln noch fast jeden zehnten Euro der Krankenhauskosten. 2022 waren es nur noch 2,8 Cent pro Euro. Real liegen die Fördermittel damit rund 40 Prozent unter dem Wert von 1991. Beide Eckwerte sind in der DKG/RWI-Reihe belegt, die Richtung dazwischen ist eindeutig: nach unten.

Warum betrifft das Sie als gesetzlich Versicherte? Weil das Geld nicht verschwindet, sondern nur die Quelle wechselt. In Deutschland gilt die duale Krankenhausfinanzierung: Die Länder zahlen die Investitionen aus Steuern, die Kassen die Betriebskosten aus Ihren Beiträgen. Wenn die Investitionsfördermittel der Krankenhäuser real um fast 40 Prozent unter den Wert von 1991 fallen, müssen die Kliniken Neubauten und Geräte aus den laufenden Betriebsmitteln finanzieren. Dieser Investitionsstau, von der Deutschen Krankenhausgesellschaft auf rund 30 Milliarden Euro beziffert, landet so über Umwege auf der Beitragsseite. Der Rückzug der Länder aus der Krankenhausfinanzierung ist damit auch ein stiller Beitragstreiber.

Daten: Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und RWI, Bestandsaufnahme zur Krankenhausplanung und Investitionsfinanzierung 2022; Tagesspiegel 2024. Investitionsquote als KHG-Fördermittel im Verhältnis zu den Krankenhauskosten, Deutschland 1991 bis 2022.

Diese Grafik gehört zu unserer Analyse der Krankenhausfinanzierung. Warum die Länder seit Jahrzehnten zu wenig investieren und wer die Lücke am Ende bezahlt:

Der Investitionsstau in deutschen Kliniken: Wie die Länder die Krankenhäuser im Stich lassen


Daten zur Grafik

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Investitionsquote der Krankenhäuser (KHG-Fördermittel im Verhältnis zu den Krankenhauskosten), Deutschland 1991 und 2022
Jahr Investitionsquote
1991 9,7 %
2022 2,8 %

Quelle: DKG/RWI Krankenhaus Rating Report. Jahresgenaue Zwischenwerte sind nicht öffentlich belegt; dargestellt werden nur die zwei belegten Anker.

Wie hoch ist die Investitionsquote der Krankenhäuser in Deutschland?

Die Investitionsquote der Krankenhäuser (KHG-Fördermittel im Verhältnis zu den Krankenhauskosten) ist in gut drei Jahrzehnten von 9,7 Prozent im Jahr 1991 auf 2,8 Prozent im Jahr 2022 gefallen. Sie hat sich damit mehr als halbiert. Für die Investitionsfinanzierung sind im dualen System die Bundesländer zuständig, die ihre Fördermittel real seit 1991 deutlich zurückgefahren haben. Die Folge ist ein wachsender Investitionsstau, den viele Kliniken aus laufenden Betriebsmitteln gegenfinanzieren müssen.


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