Datengrafik

Krankenhaus-Defizit: Wenn die öffentliche Klinik fast immer Verlust schreibt

2024 schrieben zwei Drittel aller Krankenhäuser in Deutschland rote Zahlen, bei den öffentlichen Häusern 89 Prozent. Zur Analyse →

Horizontales Balkendiagramm zum Anteil der Krankenhäuser mit Jahresfehlbetrag nach Trägerschaft in Deutschland 2024: öffentliche Häuser 89 Prozent, gemeinnützige 69 Prozent, alle Krankenhäuser im Schnitt 66 Prozent, private Häuser 17 Prozent.

2024 schrieb rund zwei Drittel aller deutschen Krankenhäuser rote Zahlen. Bei den öffentlichen Häusern waren es fast neun von zehn. Das Defizit ist im deutschen Krankenhaus nicht mehr die Ausnahme, sondern der Normalfall.

Die Grafik zeigt den Anteil der Kliniken mit einem Jahresfehlbetrag, aufgeschlüsselt nach Trägerschaft. Über alle Häuser hinweg verbuchten 66 Prozent einen Verlust. Hinter diesem Durchschnitt steht ein starkes Gefälle. Während 89 Prozent der öffentlichen Krankenhäuser im Minus lagen und 69 Prozent der gemeinnützigen, traf es bei den privaten Trägern nur 17 Prozent. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft beziffert das kumulierte Minus der gesamten Branche für 2024 auf rund 12,7 Milliarden Euro.

Das Muster ist kein Zufall. Öffentliche Häuser sind oft kleiner, halten Notaufnahmen und unrentable Abteilungen vor und tragen den Versorgungsauftrag in der Fläche. Genau diese Aufgaben rechnen sich im heutigen Vergütungssystem schlecht. Dazu kommt ein strukturelles Problem: Die Bundesländer sind für die Investitionskosten der Kliniken zuständig, kommen dieser Pflicht seit Jahren aber nicht ausreichend nach. Der Investitionsstau wird auf 30 bis 50 Milliarden Euro geschätzt. Viele Häuser zahlen Neubauten und Geräte deshalb aus Mitteln, die eigentlich für die Behandlung gedacht sind.

Für Sie als gesetzlich Versicherte ist das mehr als eine Bilanzfrage. Kliniken in dauerhaften roten Zahlen sparen am Personal, schieben Investitionen auf oder schließen ganz. Bei rund der Hälfte aller Häuser reichten die Liquiditätsreserven zuletzt höchstens zwei Wochen. Und es trifft zuerst die öffentliche Klinik um die Ecke, nicht die spezialisierte Privatklinik. Wo ein Krankenhaus verschwindet, wird der Weg zur nächsten Notaufnahme länger.

Daten: DKI Krankenhaus-Barometer 2024 und Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG). Anteil der Krankenhäuser mit Jahresfehlbetrag nach Trägerschaft, 2024.

Diese Grafik gehört zu unserer Analyse der deutschen Krankenhäuser. Warum so viele Kliniken ins Minus rutschen und welche Rolle die duale Finanzierung dabei spielt:

Krankenhäuser in der Kostenfalle: Was die duale Finanzierung mit dem Defizit zu tun hat


Daten zur Grafik

Daten zur Grafik anzeigen
Anteil der Krankenhäuser mit Jahresfehlbetrag nach Trägerschaft in Deutschland, 2024
Trägerschaft Anteil mit Defizit
Öffentliche Häuser 89 %
Gemeinnützige Häuser 69 %
Alle Krankenhäuser 66 %
Private Häuser 17 %

Quelle: DKI Krankenhaus-Barometer 2024, Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG)

Wie viele Krankenhäuser in Deutschland schreiben rote Zahlen?

2024 verbuchten rund 66 Prozent der deutschen Krankenhäuser einen Jahresfehlbetrag, also zwei von drei Häusern. Das Defizit trifft die Träger sehr ungleich: 89 Prozent der öffentlichen Krankenhäuser und 69 Prozent der gemeinnützigen schreiben Verluste, aber nur 17 Prozent der privaten. Das kumulierte Minus der Branche bezifferte die Deutsche Krankenhausgesellschaft 2024 auf rund 12,7 Milliarden Euro.


Mehr Datengrafiken zum Thema