Datengrafik

Zusatzbeitrag: Von 0,9 % auf 2,9 %

Liniendiagramm der Entwicklung des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes der gesetzlichen Krankenkassen von 2015 bis 2026: Anstieg von 0,9 Prozent auf 2,9 Prozent, mit dem größten Einzelsprung von 1,7 auf 2,5 Prozent im Jahr 2025.

Der Beitrag, der leise wächst: Zusatzbeitrag verdreifacht sich in elf Jahren

0,9 Prozent im Jahr 2015. 2,9 Prozent im Jahr 2026. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag der gesetzlichen Krankenkassen hat sich innerhalb von elf Jahren mehr als verdreifacht. Die meisten Versicherten bemerken das erst auf der Gehaltsabrechnung im Januar.

Die Grafik zeigt die Entwicklung des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes seit seiner Einführung in Prozentform im Jahr 2015. Auffällig sind zwei Phasen. Von 2015 bis 2019 pendelte der Zusatzbeitrag stabil zwischen 0,9 und 1,1 Prozent. Die Kassen hatten Rücklagen aufgebaut, die Beitragslast blieb für die Versicherten praktisch konstant. Ab 2020 beginnt der kontinuierliche Anstieg: Pandemie-Kosten, steigende Arzneimittelausgaben, der demografische Druck und die Finanzierung der Krankenhausreform treiben den Zusatzbeitrag nach oben. Der Rekordsprung folgte 2025 mit einem Plus von 0,8 Prozentpunkten in einem einzigen Jahr.

Was oft übersehen wird: Der allgemeine Beitragssatz liegt seit 2015 unverändert bei 14,6 Prozent. Jede Steigerung des Gesamtbeitrags kommt ausschließlich über den Zusatzbeitrag. Politisch ist das bequem, weil der allgemeine Satz stabil wirkt. Tatsächlich zahlen gesetzlich Versicherte 2026 einen Gesamtbeitrag von 17,5 Prozent. Bei einem Bruttoeinkommen von 4.000 Euro sind das 700 Euro monatlich, die sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen. Und die kassenindividuellen Unterschiede sind erheblich: Der niedrigste Zusatzbeitrag liegt bei 2,18 Prozent (BKK firmus), der höchste bei 4,39 Prozent (BKK24). Die Wahl der Krankenkasse hat also messbare Folgen für das Nettoeinkommen.

Daten: Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz gemäß Bekanntmachung des Bundesgesundheitsministeriums, 2015–2026.

Diese Grafik gehört zu unserer Analyse der GKV-Beiträge. Warum der Beitragssatz 2026 auf einen Rekordwert steigt und welche Treiber dahinterstecken: