Datengrafik

Jeder dritte Arbeitstag eines Klinikarztes gehört dem Aktenschrank

Klinikärzte in Deutschland verbringen rund 36 % ihrer Arbeitszeit mit Dokumentation, drei Stunden täglich. Dänemark: 19 bis 23 %. Zur Analyse →

Horizontales Balkendiagramm des Dokumentationsaufwands von Ärzten als Anteil der Arbeitszeit: Asklepios-Spitzenwert 44 Prozent, deutsche Klinikärzte 36 Prozent, deutsche Psychiatrien 33 Prozent, Dänemark 19 bis 23 Prozent. Deutschland rund drei Stunden täglich, Dänemark deutlich weniger.

Drei Stunden täglich. So lange beschäftigen sich Klinikärzte in Deutschland im Schnitt mit Dokumentation und Nachweisen statt mit Patienten. Das ist gut ein Drittel ihrer Arbeitszeit.

Die Grafik zeigt den Dokumentationsaufwand von Ärzten als Anteil der Arbeitszeit. In deutschen Allgemeinkrankenhäusern liegt er bei rund 36 Prozent, in Psychiatrien bei 33 Prozent. Eine Asklepios-Umfrage 2024 nennt sogar einen Spitzenwert von 44 Prozent, methodisch dünner, aber als Intensitätsbeleg aufschlussreich: 93 Prozent der befragten Klinikärzte erleben den Aufwand als Misstrauenskultur. In Dänemark liegt der ärztliche Dokumentationszeitanteil dagegen bei 19 bis 23 Prozent. Routinearbeit übernehmen dort spezialisierte Stationssekretärinnen, die Ärzte entlasten.

Warum sollte Sie das als GKV-Versicherten interessieren? Weil Sie diese Zeit mitbezahlen. Jede Stunde, die ein Arzt mit Formularen verbringt, ist eine Stunde weniger am Krankenbett, bei gleichbleibendem Gehalt. Bürokratie bei Ärzten in Deutschland heißt: kürzere Sprechzeiten, längere Wartelisten, mehr Personal allein für Verwaltung. Und sie ist ein dokumentierter Treiber von Burnout, der die Versorgung weiter ausdünnt.

Daten Deutschland: DKI-Blitzumfrage 2024 (Deutsches Krankenhausinstitut im Auftrag der DKG, 225 Allgemeinkrankenhäuser und 98 Psychiatrien), bestätigt durch den Marburger-Bund-Monitor 2024 (9.649 Ärzte) und das SVR-Gutachten 2024. Dänemark: Kapazitätsanalysen und Zeitstudien medizinischer Abteilungen (Spanne 19 bis 23 Prozent). Die Erhebungstypen unterscheiden sich, die Achse ist daher indikativ; die Richtung ist robust trianguliert.

Diese Grafik gehört zu unserer Analyse, warum deutsche Ärzte im Papierkram versinken. Welche fünf Strukturen den Unterschied zu Dänemark erklären:

Drei Stunden Bürokratie pro Tag: Warum deutsche Ärzte mehr dokumentieren als behandeln


Daten zur Grafik

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Dokumentationsaufwand von Ärzten als Anteil der Arbeitszeit: deutsche Klinikärzte im Vergleich, 2024
Gruppe Anteil der Arbeitszeit
Asklepios-Umfrage 2024 (Spitze) 44 %
Deutschland (Klinikärzte) 36 %
Deutschland, Psychiatrien 33 %
Dänemark (Klinikärzte, oberer Wert) 23 %
Dänemark (Klinikärzte, unterer Wert) 19 %

Quelle: DKI-Blitzumfrage 2024 (DKG/DKI), dänische Zeitstudien. Unterschiedliche Erhebungstypen, Achse indikativ.

Wie viel Arbeitszeit verbringen Ärzte in Deutschland mit Bürokratie?

Klinikärzte in Deutschland wenden rund 36 Prozent ihrer Arbeitszeit für Dokumentation und Nachweise auf, das entspricht etwa drei Stunden täglich oder gut einem Drittel des Arbeitstags (DKI-Blitzumfrage 2024). In Psychiatrien liegt der Anteil bei 33 Prozent, eine Asklepios-Umfrage nennt sogar einen Spitzenwert von 44 Prozent. In Dänemark beträgt der ärztliche Dokumentationszeitanteil dagegen nur 19 bis 23 Prozent, weil Routinearbeit dort von spezialisierten Stationssekretärinnen übernommen wird.


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